Der Januar ist oft der kälteste Monat im Jahr – und wir merken das nicht nur an unseren eigenen Fingerspitzen, sondern auch an unseren Hunden. Manche Hunde lieben Schnee und Kälte, andere schauen uns an, als hätten wir sie gerade in die Antarktis geschleppt.

Deshalb möchte ich dir ein paar Gedanken und Tipps mitgeben, wie du deinen Hund im Winter gut unterstützen kannst.

Pfotenschutz – kleine Pfötchen, große Belastung

Im Winter müssen Pfoten viel aushalten: Kälte, Schnee, Salz, Split… Da lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen.

Was ich dir aus Erfahrung empfehlen kann:

  • Nach jedem Spaziergang Pfoten kurz abwischen, damit Salz und Dreck nicht auf der Haut bleiben.
  • Bei Bedarf pflegen – ich nutze für Fannie sehr gern eine Ringelblumencreme. Sie schützt, beruhigt und macht die Ballen schön geschmeidig.
  • Pfoten regelmäßig kontrollieren, vor allem die Zwischenräume.
  • Bei empfindlichen Pfoten oder Stadtgebieten mit viel Salz: Booties/Hundeschuhe können hier sinnvoll sein.
  • Bei langem Fell zwischen den Zehen ruhig etwas kürzen, damit sich keine Schneeklumpen bilden.

Schneefressen – beliebt, aber leider nicht ungefährlich

Viele Hunde lieben Schnee… und leider auch Schnee fressen. Gerade bei frischem Pulver sehen manche Hunde darin ein All-you-can-eat-Buffet. Die Menge macht das Gift.

Worauf du achten solltest:

  • Schnee ist oft mit Salz und Schmutz verunreinigt.
  • Große Mengen kühlen den Magen ab und können Erbrechen, Durchfall oder Schneegastritis auslösen.
  • Besonders gefährlich ist eine Mischung aus Schnee + Streusalz – das reizt stark.

Was hilft:

  • Schneefressen stoppen.
  • Alternative Beschäftigung anbieten: kurze Übungen, kleine Suchspiele oder bewusstes Tempo-Wechseln.
  • Ein Hund, der mental beschäftigt ist, frisst meist deutlich weniger Schnee.

Braucht dein Hund im Winter einen Mantel? – ja, nein, vielleicht?

Die Mantelfrage sorgt jedes Jahr für Diskussionen.

Und wie immer gilt bei mir: Es kommt auf deinen Hund an.

Bei Fannie zum Beispiel:

  • hat einen langen Rücken.
  • neigt bei Kälte schnell zu Verspannungen in der Muskulatur.
  • muss immer mal wieder warten.

Für sie ist ein Mantel im Winter keine Mode – sondern schlicht Komfort und gesundheitlich sinnvoll.

Gerade bei längeren Spaziergängen, Training oder wenn wir mal stehen bleiben, hilft der Mantel enorm. Bei normalen Spaziergängen, wenn wir in Bewegung bleiben und kein eiskalter Wind geht, sind wir ohne Mantel unterwegs.

Aber (und das ist mir wichtig): Ein Mantel ist NICHT für jeden Hund ein Muss. Hunde, die nicht frieren, die viel Unterwolle haben oder die sich durchgehend aktiv bewegen, brauchen oft keinen Mantel. Bei ihnen kann ein Mantel sogar zu Überhitzung führen – besonders bei Bewegung.

Ein Mantel ist sinnvoll für Hunde:

  • mit wenig Unterwolle
  • mit gesundheitlichen Themen
  • mit Verspannungen
  • kleine oder sehr schlanke Hunde
  • Senioren
  • Hunde, die frieren oder Pfoten anheben

Ein Mantel ist oft NICHT nötig für Hunde:

  • mit dichter Unterwolle
  • die sich viel bewegen
  • die keinerlei Kälteempfindlichkeit zeigen

Du darfst hier einfach nach deinem Hund entscheiden – und nicht nach dem, was andere sagen.

Hund im Winter

Wie lange darf ein Spaziergang bei Kälte sein?

Das hängt sehr vom Hund ab und ob dein Hund friert.

Ein paar Anhaltspunkte:

  • Aktive Hunde bleiben bei Bewegung oft gut warm.
  • Ruhige Spaziergänge sollten bei frostigem Wind eher kürzer sein.
  • Hunde, die frieren → warmer Mantel oder nur eine kurze Runde.

Das Wohlbefinden deines Hundes ist der beste Richtwert. Es ist kein schönes Gefühl die ganze Zeit zu frieren.

Training mit deinem Hund im Winter – kleine Besonderheiten

Kälte bedeutet: Schneller auskühlen, schneller verspannen, mehr Rutschgefahr.

Das kannst du leicht vermeiden:

  • Vor jeder Aktivität kurzes Warm-up – wie z. B. gemeinsames lockeres Traben, Bögen laufen oder ein paar kleine Übungen.
  • Wenn ihr warten müsst (z. B. Social Walk): Mantel drüber, damit die Muskulatur warm bleibt.
  • Auf Eis und glatten Wegen vorsichtig sein.

Für Fannie bedeutet Winter auch:

Mehr Tricks, Nasenarbeit und kleine Aufgaben im Wohnzimmer.

Das lastet wunderbar aus, ohne dass wir ewig frieren müssen – und macht ihr mindestens genauso viel Spaß wie große Runden.

Winter-Gefahren, die oft vergessen werden

  • Frostschutzmittel: Hochgiftig – nicht aus Pfützen trinken lassen!
  • Zu dünnes Eis: Einsturzgefahr – nicht auf zugefrorene Seen gehen.
  • Eisbrocken unterm Schnee: Verletzungsgefahr beim Rennen.

Fazit: Mit kleinen Routinen durch einen schönen Winter

Der Winter kann für Hunde und Menschen wunderschön sein – wenn wir ein paar Kleinigkeiten beachten.

Für uns bedeutet das:

  • Wärme da, wo sie gebraucht wird
  • Pfotenpflege mit Liebe
  • Bewegung anpassen
  • Schneefressen im Blick behalten
  • Und drinnen kreativ werden, wenn es draußen zu ungemütlich ist

Zusammen lernen, zusammen verstehen, zusammen wachsen – auch im Winter.


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