Sobald die Temperaturen steigen, sieht man sie überall: Hundeeis in der Eisdiele, im Tierfachhandel oder als Rezept auf Social Media.
Die Idee dahinter klingt erst einmal wunderbar: Dem Hund an heißen Tagen mit einem eigenen Hundeeis etwas Gutes tun und für eine kleine Abkühlung sorgen.
Doch ist Hundeeis wirklich sinnvoll? Kann es sogar schaden? Und welche Alternativen gibt es?
Schauen wir uns das gemeinsam an.
Ist Hundeeis sinnvoll?
Wir Menschen essen gern ein Eis und gönnen das auch unserm Vierbeiner. Den meisten gesunden Hunden wird ein ganz kleines Hundeeis nicht schaden, aber es gibt einige Fakten, die dennoch dagegen sprechen und für manche Hunde stellt ein Eis sogar eine zusätzliche Belastung dar!
Wenn wir ehrlich sind, braucht dein Hund an heißen Tagen vor allem:
- frisches Wasser
- schattige Ruheplätze
- angepasste Spaziergänge
- ausreichend Ruhe
- die Möglichkeit, seine Körpertemperatur langsam zu regulieren

Warum Hundeeis problematisch sein kann
Viele Hunde lieben Hundeeis und würden es am liebsten in wenigen Sekunden verschlingen. Genau das kann jedoch problematisch sein.
Sehr kalte Nahrung kann einen starken Kältereiz auslösen. Ähnlich wie wir Menschen manchmal einen „Hirnfrost“ bekommen, können auch Hunde empfindlich auf eiskalte Speisen reagieren.
Außerdem kann eine größere Menge kalter Nahrung den Magen reizen. Besonders Hunde mit einem empfindlichen Magen vertragen Hundeeis nicht immer gut und bekommen dadurch eventuell sogar eine Gastritis.
Viele Menschen denken, dass Hundeeis den Körper herunterkühlt, aber tatsächlich ist der Effekt ein anderer, als man vermuten würde.
Durch die Kälte im Maul und Magen reagiert der Körper mit Wärmeproduktion, um die Körpertemperatur stabil zu halten. Der Hund kühlt also nicht ab, sondern heizt innerlich sogar und kann Hunde deshalb zusätzlich belasten!
Auch bei Welpen oder Hunden mit gesundheitlichen Problemen solltest du im Zweifel ein Hundeeis lieber weglassen.
Interssant:
Es hört sich seltsam an, jedoch ist etwas Lauwarmes (z.B. lauwarmes Wasser und Futter) bei Hitze schonender für den Körper, als etwas Kaltes. Etwas Lauwarmes unterstützt die natürliche Kühlung und belastet die Verdauung nicht unnötig.
arum Hunde kein Menscheneis essen sollten!
Was selbstverständlich klingt, wird leider immer wieder unterschätzt.
Normales Speiseeis ist für Hunde nicht geeignet.
Es enthält häufig:
- viel Zucker
- große Mengen Milch oder Sahne
- Schokolade
- Süßstoffe wie Xylit (hochgiftig für Hunde)
Greife deshalb ausschließlich zu geeignetem Hundeeis oder bereite kleine Erfrischungen selbst zu.
Es muss kein Eis sein – sinnvolle Alternativen
Viele Hunde freuen sich genauso über andere kleine Erfrischungen, die Ihr individuell anpassen könnt. Vor allem genügen Flüssigkeit ist bei den heißen Temperaturen wichtig!
🥒 Kühle Gurkensuppe
Du brauchst:
- Gurke
- Wasser
- Naturjoghurt (wenn dein Hund Milchprodukte verträgt)
- kleine Handvoll Kärter oder Wildkräuter (z.B. Brennessel, Giersch, Petersilie)
Püriere alles gut z.B. mit einem Stabmixer und gebe deinem Hund gern eine kleine Portion davon. Die Suppe liefert viel Flüssigkeit und die meisten Hunde mögen sie sehr, was wir beim letzten Special Social Walk mit dem Thema Kräuterwanderung gesehen haben!
🍉 Wassermelonen-Smoothie
Du brauchst:
- ein Stück Wassermelone
- Wasser
Alles gut pürieren und deinem Hund pur, oder mit im Futter anbieten. Der Smothie wird ebenfalls von vielen Hunden gern geschlabbert und hydriert wunderbar. Auch kann die Wassermelone direkt in Stücken an deinen Hund gegeben werden (bitte nicht zu viel zwecks dem Fruchtzucker!)
🌿 Ungesüßter, verdünnter Melissentee
Du brauchst:
- Frische (ca. 1 EL) oder getrocknete (1 Teebeutel) Melisse oder Pfefferminze
- Wasser
Kocht daraus einen Tee und biete ihn dem Hund an. Melisse ist vor allem für den Magen und Darm beruhigend und kann so bei der Hitze unterstützen. Pfefferminze hat generell einen kühlenden Effekt. Lauwarm und mit Wasser verdünnt kannst du den Tee direkt deinem Hund geben, oder ins Futter geben.
🦴 Leckerchen Tauchen
Du brauchst:
- eine große Schüssel mit Wasser
- Leckerchen, die nicht schwimmen
Fülle in die Schüssel Wasser ein und werfe dann ein Leckerchen hinein. Dein Hund darf es rausfischen. Steigere nach und nach die Wassermenge, bis dein Hund mit dem ganzen Kopf unter Wasser taucht. Dies ist eine super Möglichkeit den Hund abzukühlen. Arbeite nicht mit eiskaltem Wasser!

Passe deinen Alltag bei Hitze an!
Hilfreich sind:
- Spaziergänge früh morgens oder spät abends
- ausreichend frisches Wasser
- schattige Ruheplätze
- keine intensive körperliche Belastung, vor allem nicht in der Mittagshitze
- genügend Ruhepausen
So kann dein Hund seine Körpertemperatur auf natürliche Weise regulieren.
Fazit: Hundeeis darf sein – muss aber nicht und es gibt bessere Alternativen
Wenn du deinem Hund dennoch Hundeeis oder andere kalte Leckereien anbieten möchtest, dann in kleinen Mengen, mit geeigneten Zutaten und immer passend zu den individuellen Bedürfnissen deines Hundes.
Denn am Ende geht es nicht darum, den spektakulärsten Sommersnack zu servieren – sondern darum, dass ihr den Sommer zusammen genießen könnt und ihr beide gesund und entspannt durch die Hitzewellen kommt.

